Geschichte

Das Theaterspielen in Rott am Inn wurde in den 90er-Jahren durch die Katholische Landjugend (KLJB) wieder belebt. Die Aktiven der KLJB in Rott wuchsen aber aus dem Alter heraus, um weiter in der Landjugend aktiv mitmachen zu können. Die theaterbegeisterten Mitglieder der KLJB entschlossen sich daher, einen Theaterverein zu gründen. Auf die Einladung in der Wasserburger Zeitung trafen sich im Februar 1989 15 Mitglieder der KLJB und ein externer Theaterbegeisterter im Gruppenzimmer des Pfarrheimes in Rott am Inn. Sie gründeten den „Theaterverein Rott am Inn“.

Die Gründungsmitglieder:

Jakob Rothmeier, Helmut Herreiner, Irmingard Winklmair, Sebastian Posch, Monika Posch, Robert Holzmayer, Balthasar Wollmannsperger, Konrad Gruber, Angelika Elisabeth Röhrmoser, Ute Helm, Max Gilg, Caroline Hildgartner (geb. Schreyer), Christian Brandl, Claudia Hörner, Elisabeth-Katharina Wollmannsperger (geb. Hiebl), Gerhard Berger.

Schnell wurde aus dem Theaterverein ein „e.V.“ und auf der ersten Mitgliederversammlung am 20.03.1989 wurde die Satzung des Vereins beschlossen und der erste Vorstand gewählt.

Die erste ordentliche Vorstandsitzung war am 8. April 1989.

Die bisherigen Ersten Vorsitzenden:

20.03.1989 – 07.03.1993       Jakob Rothmeier
08.03.1993 – 19.03.1995       Hans Englhauser
20.03.1995 – 26.03.2003       Jakob Rothmeier
27.03.2003 – 10.03.2015       Gerhard Berger
11.03.2015 – 17.04.2018       Wolfgang Evers
18.04.2018 – heute                Helge Wilker

Der Theaterverein ist eng mit der Katholischen Kirchengemeinde Rott verbunden und gemeinnützig im Sinne des Steuerrechts. Er hat sein Spieldomizil im Pfarrsaal in Rott am Inn.

Die Gründung des Vereins erfolgt durch 16 Personen. Bei der ersten Mitgliederversammlung am 20. März 1989 waren es bereits 89 Mit-glieder. Die Mitgliederzahl entwickelte sich kontinuierlich nach oben. Z. Zt. hat der Verein über 275 Mitglieder, darunter 56 Jugendliche unter 18 Jahren. Ca. 60 Mitglieder sind aktiv als Schauspieler, vor und hinter der Bühne und bei der Durchführung der Theaterveranstaltungen tätig.

Am 01.01.1991 trat der Theaterverein dem Verband Bayerischer Amateurtheater e.V. (VBAT) und dem Bund Deutscher Amateur-theater e.V. (BDAT) bei.

Zum 5-jährigen Jubiläum wurde eine Standarte angeschafft, die am 16.10.1994 in der Kirche feierlich geweiht wurde.

Der Theaterverein war immer bemüht, nicht nur bäuerliche Komödien und Lustspiele, sondern auch anspruchsvolles Boulevardtheater und Krimis zu inszenieren.

Nur in den Jahren 2002 (der Pfarrsaal war durch den Kindergarten belegt) und 2017 (wegen Krankheitsfällen) konnte nicht gespielt werden. Ansonsten wurde oft auch 2 x  im Jahr Theater gespielt.

1993 wagte man sich an das erste Passionsspiel „Frau Pilatus – Der Prozess Jesu“, dem 2013 „Die Ungetreuen“ folgte. Die weiteren christlichen Spiele wie „Die Legionäre“ und „Der Pakt mit dem Teufel – Theophilus in Not“ wurden in den Kirchen in Rott und in Branzoll/Südtirol aufgeführt. „Theophilus“ wurde zudem in Abtenau/Österreich im Rahmen eines internationalen Theaterfestivals und in Sulzbach/Saar (Theaterfestival Wurzelwerk des BDAT)– jeweils in einer Kirche – aufgeführt.

1994 wurde das erste Musiktheater mit „Die schöne Lügnerin“ inszeniert. Ihm folgte 2004 „Der Holledauer Fidel“ mit 1254 Zuschauern.

Am 22.03.2014 wurde das 25-jährige Vereinsjubiläum mit einem feierlichen Kircheneinzug, einem Festzug zum Pfarrsaal und einem Festabend gefeiert. Auch konnten in der Jahreshauptversammlung zahlreiche Mitglieder für 25-jährige Vereinstreue geehrt werden.

Die Theaterjugend

Nachdem sich Fredi Zimpel bereiterklärt hatte, die Jugendarbeit zu übernehmen, wurde mit der Unterstützung von Markus Vogel mit zunächst sieben Kindern, davon sechs Mädchen und einem Buben, mit der Theaterarbeit am 17.09.2008 begonnen. Innerhalb kürzester Zeit konnten bereits erste Sketche und kleine Theaterstücke zur Aufführung gebracht werden, wie zum Beispiel die Geschichte vom Aschenbrödel oder „Der arme Herr Braun“ (Weihnachten 2008). Bereits hier zahlte sich der Ehrgeiz  und der Wille unserer jungen Truppe aus und wir konnten unsere ersten eigenen Zuschauerzahlen verbuchen.

Um in der Folgezeit weiter vor Publikum auftreten zu können und um natürlich laufend einen Anreiz für den Nachwuchs zu schaffen, fuhren wir im Jahr 2009 alle 14 Tage ins Klinikum Harthausen um uns dort mit diversen Sketchen am Kulturprogramm zu beteiligen. Unser erstes größeres Bühnenstück brachten wir dann im Dezember 2009 auf die Bühne im Rotter Pfarrsaal. Unter dem Titel „Warum der Schnee nicht fällt“ wurden unseren Zuschauern kindsgerecht die Gefahren der globalen Erwärmung näher gebracht.

Das Jahr 2010 verbrachten wir dann hauptsächlich damit, das in unserer Gruppe (wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine Stärke von 15 Buben und Mädchen erreicht) vorhandene Theaterwissen zu stärken und weiter auszubauen. Dies gelang uns unter anderem durch Unterstützung der Schauspielerin und Theaterpädagogin Daniela Burkhard, die für einen Wochenend-Workshop gewonnen werden konnte. So war es uns ein leichtes an Weihnachten desselben Jahres das moderne Märchen „Im Himmel ist die Hölle los“ zu inszenieren für das wir von unseren Zuschauern langanhaltenden Applaus ernten konnten.

Nachdem noch Bernhard Stiller zum Jugendleiterteam dazu gestoßen war begannen wir unsere Arbeit mit frischem Wind wieder aufzunehmen. Mit einem Ausflug zum Jugendtheater Martinszell, bei der wir auch hinter die Kulissen dieses wirklich großen Jugendtheaters schauen durften, wurde unsere Gruppendynamik wieder angehoben.

Und dass wir selber richtig gut Theater spielen können, konnten wir dann an Weihnachten 2012 mit dem Stück „Ganz anders“ vor mehr als 100 begeisterten Zuschauern unter Beweis stellen.

In den folgenden Jahren wurde die Jugendarbeit leider immer weniger.

Unter der Jugendleiterin Marlies Scheidegger gelang es 2018, einen Neuanfang mit der Theaterjugend zu wagen. So werden regelmäßige Theaterworkshops für die Jugend mit Susi Ständer durchgeführt.

Beim Theaterfestival am 06.04.2019 hat die Theaterjugend bereits 2 Sketche aufgeführt.

Zusammenarbeit mit der Schule

Die Kulturelle Bildung (das Darstellende Spiel ist ein wesentlicher Teil der Kulturellen Bildung) unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder und Jugendlichen enorm. Aus diesem Grunde war der Theaterverein an einer engeren Zusammenarbeit mit der Schule interessiert. So wurde am 10.02.2010 mit der Grund- und Mittelschule Rott eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit geschlossen. In Bayern vermutlich die einzige dieser Art.

Vereinbarung
über die Zusammenarbeit
der Grund- und Hauptschule Rott am Inn
und dem
Theaterverein Rott am Inn e.V.

Die Grund- und Hauptschule Rott am Inn (Schule) und der Theaterverein Rott am Inn e.V. (Theaterverein) bekunden ihr gegenseitiges Interesse an einer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Darstellenden Künste und des Theaterspielens.

Damit sollen die kulturelle Bildung der Kinder und eine Erweiterung des Lernfeldes ästhetischer Bildung gefördert werden.

Im Einzelnen wird folgendes vereinbart:

Der Theaterverein unterstützt die Schule beim Schultheater:

  • Er stellt seine Technik (Beleuchtungs- und Beschallungsanlage) zur Verfügung,
  • hilft mit seinem Requisiten- und Kostümfundus aus,
  • unterstützt die Schule bei der Maske und
  • bietet den Lehrern seine allgemeine Unterstützung/Beratung an.

Der Theaterverein bietet den Lehrern an, bei seinen Vorbereitungen für ein Theaterstück für einzelne Teile (z.B. Bühnengestaltung usw.) ggf. Schulklassen mit einem Projektauftrag zu betrauen.

Lehrer und Schüler können bei Haupt-und/oder Generalproben des Theatervereins kostenlos zuschauen.

Lehrer können an Fortbildungsveranstaltungen des Theatervereins (nach den Fortbildungsrichtlinien des Bundes Deutscher Amateurtheater) kostenlos teilnehmen.

Der Theaterverein stellt der Schule das Fortbildungsprogramm des Verbandes Bayerischer Amateurtheater zur Verfügung. Sollten Lehrer Interesse an einer Fortbildungsmaßnahme haben, können sie über den Theaterverein daran teilnehmen. Die Kosten hat dann die Lehrkraft selbst zu tragen.

Rott am Inn, den 10.02.2010

Zusammenarbeit mit Nachbarvereinen

Im Frühjahr 2013 haben wir zusammen mit dem Musik- und Theaterverein Attel e.V. und der Laienspielgruppe Pfaffing das „Theaterdreieck“ gegründet. Zusammen haben wir einen gemeinsamen Theaterabend organisiert, bei dem jeder Verein einen Einakter gespielt hat. Gespielt wurde in Attel, Pfaffing und Rott.

Es ist angedacht, dies im 2 – 3 jährigen Rhythmus zu wiederholen.

Besondere Theaterstücke

Mit der Kriminalkomödie „Keine Leiche ohne Lily“ startete der Theaterverein.

Das erste Passionsspiel mit „Frau Pilatus“ wurde 1995 aufgeführt und 2006 neu aufgelegt.

1995 war „Der Brandner Kaspar und das ewig´ Leben“ ein großer Erfolg.

Mit „Die schöne Lügnerin“ wagte sich der Theaterverein 1994 erstmals an ein Musiktheater.

Absoluter Höhepunkt war 2006 „Der Holledauer Fidel“, der mit Unterstützung der Liedertafel ein Publikumsrenner wurde.

2007 wagte sich der Theaterverein erstmals mit dem Passionsspiel „Die Legionäre“ in die Pfarrkirche, wo vor dem Altar gespielt wurde.

Mit „Der Pakt mit dem Teufel – Theophilus in Not“ wurde nochmals ein christliches Mysterienspiel vor dem Altar in der Pfarrkirche aufgeführt.

Nicht vergessen wollen wir die unzähligen Bauern- und Boulevardkomödien, die das Publikum immer wieder begeisterte.